Do. 24. / Fr. 25. / Sa. 26. September 2026
Ein Dorf, ein Pastor, ein Todesfall, ein Gericht und eine Gemeinschaft, die sich selbst zerfleischt. Schuld am Ganzen trägt – wie kann es anders sein? – das erbsündige Geschlecht.
Die neue Produktion des BeST Ensembles verlegt Millers berühmten Stoff über die Salemer Hexenprozesse in die Schweiz der frühen Neuzeit. Im Zentrum des Stücks steht die junge Magd Alma, deren Geschichte das Dorf nicht hören will. Folglich durchlebt sie die Version, welche das Dorf zu glauben bereit ist. Was als harmlose Spielerei von Anklagen beginnt, entwickelt eine Dynamik, die fatale Ausmasse annimmt und sich als das entlarvt, was es immer war: ein System aus Angst, Neid, sexueller Gewalt und Macht. Die Macht, anderen Gehör zu verschaffen. Die Macht, sich selbst Gehör zu verschaffen. Aber who the fuck is John Proctor? Diese Adaption kommt fast ohne den übergriffigen Pseudo-Helden aus und überlässt erstmals den eigentlichen Protagonistinnen der Geschichte die Bühne.
Was über Jahrhunderte als Hexenverfolgung verharmlost wurde, wird heute Femizid genannt. Frauen wurden nicht verurteilt, weil sie Hexen waren, sondern weil sie unbequem, unabhängig oder schlicht im Weg waren. «Agnus Dei» nennt diesen Mechanismus beim Namen und fragt, wie viel sich seither wirklich verändert hat.
Mitwirkende
Spiel: Jan Marc Müller, Andri Hummel, Moana Imlig, Tamara Lanz, Carla Anliker, Lia Tanner, Zoe Ehm, Marlow Künzi, Nellie Quinten, Aurel Müller, Gregor Müller, Ulu, Umberto Menegon, Lisa Costa.
Text/Regie: Klara Risch, Jessica Gruber.
Text: Anna Glünz.
Choreografie: Katharina Naegeli.
Technik: Klara Risch.
Fotos: Kristina Briante.

